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neue Wohngruppe für drogenabhängige Mütter (in der SZ)

„Meißen. Ina ist Anfang 20 und steckt in großen Schwierigkeiten. So sehr sie sich auch anstrengt: Sie kommt einfach nicht von ihrer Crystalsucht weg. Zwei Kinder hat ihr das Jugendamt wegen der teuflischen Droge bereits weggenommen und im Heim untergebracht. Als sie schließlich mit dem dritten Kind schwanger ist und die Ärzte erneut die Behörden einschalten, weil ihre Blutwerte auf einen Drogenkonsum hinweisen, beschließt sie:
Ich muss mein Leben ändern. Zu schmerzhaft ist bereits die Trennung von den ersten beiden Kindern. Das dritte soll jetzt auf jeden Fall bei ihr bleiben.
Ina möchte eine Therapie beginnen und rennt mit dieser Entscheidung beim Jugendamt offene Türen ein. Allerdings sagt man ihr auch, dass die Chancen auf eine Bewilligung besserstehen, wenn sie vor der Entwöhnung in eine Wohngruppe für drogenabhängige Mütter einzieht…“

Die Sozialinitiative Kuschnik weitet in Kürze ihr Angebot aus.
In der Leschnerstraße 15 im Meißner Triebischtal stellte Ulrich Kuschnik am letzten Mittwoch gemeinsam mit Seeg-Geschäftsführerin Birgit Richter ein neues und größeres Zuhause für drogensüchtige Mütter vor, das die kleine Wohnung am Neumarkt ab August ablösen soll.

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Ein Heim für drogensüchtige Mütter

Immer mehr Frauen mit kleinen Kindern haben Problem mit Crystal. Doch was passiert, wenn sie rückfällig werden?
04.09.2015 Von Christoph Scharf
Seit Jahren steht das Eckgebäude an der Ossietzkystraße leer. Nun lässt die Seeg das Haus vorrichten – für eine Eltern - Kind - Wohngruppe für Leute mit Drogenproblemen.
© C. Hübschmann

Meißen. Eine Mutter stirbt an einer Überdosis Drogen. Ihr zweijähriger Sohn verdurstet qualvoll – direkt neben ihr. Der Fall von Leipzig soll sich nie wiederholen. Und deshalb schauen die Jugendämter ganz genau hin, wenn junge Eltern ein Drogenproblem haben und etwa schon im Blut von Neugeborenen Crystal-Rückstände gefunden werden. Für Betroffene entsteht jetzt im Triebischtal eine Eltern-Kind-Wohngruppe, in der alleinerziehende Mütter einziehen, die drogensüchtig sind. „Der Bedarf dafür in Meißen steigt“, sagt Ulrich Kuschnik, Geschäftsführer der Sozialinitiative Kuschnik. Das Unternehmen wird das Haus in der Leschnerstraße betreiben, das acht bis neun Frauen plus Kindern eine WG-artige, aber betreute Wohnung sichern soll.

Bloß keine Wohnung im Erdgeschoss
Noch sieht das Gebäude ziemlich trist aus. Aber das wird sich bald ändern. Der Eigentümer, die städtische Wohnungsgesellschaft Seeg, wird das Mehrfamilienhaus an der Ecke zur Ossietzkystraße in den nächsten Monaten herrichten lassen. Im ersten Halbjahr 2016 hofft die Sozialinitiative, einziehen zu können. Schon jetzt betreibt sie in Meißen eine Eltern-Kind-Wohngruppe: In einer Wohnung am Neumarkt haben vier junge Frauen Platz gefunden.
„Die Bedingungen dort sind nicht ideal. Aber wegen des dringenden Bedarfs mussten wir zunächst mit dem Neumarkt vorlieb nehmen“, sagt der Sozialarbeiter. Der Neumarkt ist aus zwei Gründen ungünstig: Einerseits liegt die Wohnung im Erdgeschoss – was es den Drogensüchtigen leichtmacht, durchs Fenster Kontakt zu potenziellen Drogenlieferanten auf dem Gehweg aufzunehmen. Das zweite Problem am Neumarkt ist, dass dort kein eigenes Grundstück mit zur Wohngruppe gehört. Im Triebischtal dagegen zählt ein Hof mit zum Haus. Der ist zwar nur einige Quadratmeter groß, bietet aber Platz, dass die jungen Mütter mit ihren Kindern wenigstens ungestört draußen sitzen können.
„Wir wollen dort eine kleine Spielecke anlegen, damit die Kinder klettern, rutschen und im Sandkasten spielen können“, sagt der Ulrich Kuschnik. Wichtig ist, dass für die Allerkleinsten etwas da ist: In der jetzigen Wohngruppe ist das älteste Kind anderthalb Jahre alt, das jüngste drei Monate. Für das Projekt bekam der Leiter jetzt Hilfe von unerwarteter Seite – die Rotarier der Clubs Meißen und Riesa/Elbland übergaben diese Woche einen Scheck über 1 750 Euro. „Die alarmierende Zunahme des Konsums von Crystal Meth und anderer Rauschmittel veranlasste uns, therapeutische Maßnahmen zu unterstützen“, sagt Johannes Bilz vom Rotary-Club Meißen, der sonst – wie die meisten Rotarier – vor allem weltweite Projekte wie den Kampf gegen Polio unterstützt. Das Geld stammt von einem Spargelessen mit fast einhundert Gästen auf dem Spargelhof Nauwalde bei Riesa. Teilnehmer zahlten zugunsten des Projekts etwas mehr. Eine Tombola mit Spargel und Proschwitzer Wein, mit Meissener Porzellan und weiteren Preisen stockte den Betrag auf. Mit Einzelspenden kam man schließlich auf 1 750 Euro für das Spielplatz-Projekt der Sozialinitiative, das den Rotariern vom Jugendamt empfohlen worden war.
Lebensmittel bezahlt das Jugendamt
Das neue Angebot soll helfen, den Betroffenen wieder zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wer vom Jugendamt in der Einrichtung untergebracht wird, hat allerdings noch einen weiten Weg vor sich: Idealerweise bleiben die Mütter mit den Kindern etwa ein Jahr in der Wohngruppe wohnen, bevor sie dann so weit sind, dass sie eine Drogentherapie antreten können. Um ihnen bis dahin zu helfen, ist rund um die Uhr ein Sozialarbeiter in der Wohngruppe vor Ort. „Der Betreuer kann sich um die Kinder kümmern, wenn die Mutter zur Entgiftung muss oder für ein paar Tage wegen eines Rückfalls die Orientierung verliert“, sagt Ulrich Kuschnik. Sonst müssten die Kinder in solchen Fällen immer gleich wieder aus dem vertrauten Umfeld raus und in eine Pflegefamilie gegeben werden.
Gleichzeitig soll die Betreuung helfen, wieder fit für das Leben im Alltag zu werden. So müssen die jungen Frauen –  alleinerziehende Männer kommen in diesem Umfeld höchst selten vor – auch lernen, selbst zu kochen und die Räumlichkeiten sauber zu halten. „Wir geben ihnen dabei Unterstützung, nehmen ihnen diese Tätigkeiten aber nicht ab“, sagt der 45-Jährige. Dafür wird im Erdgeschoss eine gemeinsame Küche und ein weiteres Spielzimmer angelegt. Die eigentlichen Wohnräume befinden sich in den drei Obergeschossen – so dass ein möglicher Drogenhandel durchs Fenster weitgehend unterbunden wird.

Viel Bargeld haben die Betroffenen ohnehin nicht in der Brieftasche: Unterkunft und Lebensmittel zahlt das Jugendamt – das läuft ganz ähnlich wie bei einer Heimunterbringung. Nur ein kleines Taschengeld geht an die Mütter – damit sie gar nicht in die Versuchung kommen, das nächste Gramm Crystal zu kaufen.

(ein Artikel der SZ)

Spendenübergabe für Wohngruppe

Spendenübergabe für Eltern-Kind-Wohngruppe zur Drogentherapie in Meißen

Die alarmierende Zunahme des Konsums von Crystal Meth und anderer Rauschmittel in Sachsen veranlasste die Rotaryclubs Meißen und Riesa Elbland sowohl präventive Aktionen anzuregen als auch therapeutische Maßnahmen zu unterstützen.

„Wir haben ein großes Spargelessen mit fast einhundert Gästen Ende Mai 2015 auf unserem Hof veranstaltet.“ berichtet der Rotarier Dr. Hartwig Kübler. „Alle, die kamen konnten sich an Spargel und Erdbeeren satt essen. Sie haben pauschal einen Mehrbetrag entrichtet, der für den Neubau eines Spielplatzes für das Eltern-Kind-Projekt der Sozialinitiative Kuschnik für drogenabhängige Eltern mit ihren Kleinkindern zu Verfügung gestellt wird.“, ergänzt die Pastpräsidentin Daniela Strauß aus Riesa. „Eine Tombola mit Spargel und Proschwitzer Wein, mit Meißner Porzellan und Freizeitangeboten als Preise erbrachte einen weiteren Betrag, der von Einzelspenden ergänzt wurde, so dass wir insgesamt 1.750,00 EUR für den geplanten Spielplatz der Sozialinitiative zur Verfügung stellen können.“, so Pastpräsident Johannes Bilz aus Meißen.

Die Übergabe des Spendenschecks über 1.750,00 EUR findet auf der Baustelle der acht Wohneinheiten für die geplanten Eltern-Kind-Wohngruppen in der Leschnerstraße 15 in Meißen am Mittwoch, 02.09.2015, 10.00 Uhr statt.

„Eine Überraschung der besonderen Art ist für mich die Unterstützung durch Rotary. So können wir im Außenbereich optimale Bedingungen für die Kinder und auch Eltern durch die Anschaffung von Sitzgruppen und Spielgeräten schaffen.“, freut sich Ulrich Kuschnik von der Sozialinitiative.

Primäres Ziel unsere Arbeit ist es, mit den Familien ein drogenfreies, normkonformes und selbstverantwortliches Leben zu gestalten.

Es soll ermöglicht werden die Familien zu erhalten und eine gefährdungsbedingte Herausnahme der Kinder zu vermeiden.

Die konsequente Arbeit mit festen Tagesstrukturen soll sinnstiftenden Strukturen und Tätigkeiten dienen.

Da es bei den Familien auch um therapeutische Aufarbeitung der Gründe zur Sucht geht, ist eine Therapiemotivation zur Langzeitentwöhnungstherapie ebenfalls unsere Aufgabe.

Das Rotarische Spargelessen fand am 30. Mai 2015 auf dem Spargelhof Nauwalde bei Riesa statt. Zuvor bot der Rotaryclub Riesa unter Leitung der Pastpräsidenten Daniela Strauß und Johannes Bilz eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Röderaue an, bei der viel Wissenswertes über die dortige Fischzucht zu erfahren war. Selbst aus Wales aus dem Partnerclub Cowbridge waren rotarische Freunde zum Fest für den guten Zweck angereist.

„Engagiertes Tun“ ist eines der Mottos der rotarischen Arbeit. Rotary vereint Persönlichkeiten aus allen Kontinenten, Kulturen und Berufen, um weltweit Dienst an der Gemeinschaft zu leisten und um zu einer besseren weltweiten Verständigung beizutragen. Seit der Gründung des ersten Clubs durch vier Freunde vor mehr als 100 Jahren in Chicago hat sich Rotary zu einem weltumspannenden Netzwerk engagierter Männer und Frauen entwickelt, die eine gemeinsame Vision verfolgen. Sie wollen denen zur Seite stehen, die sich nicht selbst helfen können: im lokalen Umfeld der eigenen Gemeinde und in internationalen humanitären Hilfsprojekten.(http://rotary.de/).

Die Sozialinitiative Kuschnik (http://wp.sozialinitiative-kuschnik.de/) ist Träger der Jugendhilfe und bietet ambulante Hilfen zur Erziehung an. Sie ist Mitglied im VPK – Landesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe des Landes Sachsen e.V.

Einladung zum VPK- Sachsenpodium am 29.September in Chemnitz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 29. September 2015 findet die Podiumsveranstaltung des VPK- Landesverbandes Sachsen im Hotel an der Oper in Chemnitz statt. Hierzu laden wir Sie herzlich nach Chemnitz ein.

Das Thema der Fachveranstaltung lautet:

Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland- sozial- und gesellschaftliche Implikationen

Den Tagungsverlauf sowie alle weiteren Informationen zum Podium entnehmen Sie bitte dem Anhang. Die Anmeldung erfolgt über vpk-sachsen@gmx.de. Wir wären Ihnen dankbar, wenn sie uns bis 28.August 2015 Ihre Anmeldung zukommen lassen würden. Die Anmeldekosten betragen 40,00€ pro Teilnehmer. Bitte entrichten Sie den Beitrag an die in der Fußzeile angegebene Bankverbindung.

Sollten Sie Zimmer benötigen, können diese zur Veranstaltungs- Sonderrate von 66,00€ pro Einzelzimmer und 86,00 pro Doppelzimmer inklusive Frühstück gebucht werden. Bitte geben sie den VPK-Sachen bei der Buchung mit an.

Der VPK- Sachsen freut sich sehr, wenn Sie dieser Einladung nach Chemnitz und dem damit verbundenen fachlichen Austausch zu einem wichtigen Thema der Kinder- und Jugendhilfe folgen.

Mit freundlichen Grüßen

VPK- Landesverband privater Träger Anlage

Der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe e.V.

2. Vorstand

Ulrich Kuschnik

Tagungsverlauf am 29.September 2015

Hotel an der Oper in Chemnitz

10.00 Uhr Anmeldung und Stehkaffee

Anmeldung

10.30 – 11.15 Uhr Begrüßung der Gäste und Eröffnung:

Ulrich Kuschnik

2. Vorstand des VPK-Landesverband Sachsen e.V.

Grußworte:

Martin Adam

Präsident des VPK- Bundesverbandes e.V., Berlin

11.15- 12.00 Uhr Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland- sozial- und gesellschaftspolitische Implikation

Werner Schipmann

Dipl.- Pädagoge

Fachreferent des VPK- Bundesverbandes e.V.

12.00- 13.00 Uhr PAUSE

13.00-13.45 Uhr Diskussion in drei Kleingruppen zum Thema

Inputs zu der Thematik könnten sein:

  • Die Jugendhilfe ist in den letzten Jahren gewachsen. Welche Aufgaben warten auf Sie?

  • Nicht die Träger rekrutieren neue Arbeits- und Aufgabenfelder, sondern sie reagieren auf zunehmende gesellschaftliche Mangelsituationen für Kinder und Jugendliche, die ihr Wohl existenziell gefährden

  • Netzwerke zwischen Jugendhilfe und weitern im Lebensprozess beteiligter Institutionen werden immer relevanter, aber auch Konfliktreicher, z. B. Kinder- und Jugendpsychiatrien und / oder Schule.

13.45- 14.15 Uhr Auswertung im Podium und Darstellung der Gedanken und Lösungen

ca.14.30 Uhr Abschluss und Ende der Fachtagung

Durch das Programm führt: Ulrich Kuschnik